Acta Medica Catholica Helvetica 2/2020

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Editorial

Die Verspätung der vorliegenden Acta 2/2020 ist nicht durch Corona bedingt, obwohl uns Covid-19 in vieler Hinsicht weiter begleitet und beschäftigt. Die GV und Tagung 2020 wurde schliesslich wie nach der Verschiebung vorgesehen, am 31. Oktober 2020 abgehalten und zwar als Video-Konferenz, für weitere Teilnehmende wurden die Vorträge der beiden Referenten Dr. med. Peter Ryser und Prof. Josef Seifert am 16. Januar 2021 in einer weiteren Video-Konferenz live wiederholt. Herzlichen Dank an Dr. sc. nat. Niklaus Imfeld für die technische Realisierung der beiden Anlässe. Das umfassende Referat von Dr. med. Peter Ryser-Düblin ist in diesem Heft abgedruckt. Von Herrn Prof. Josef Seifert erwarten wir noch eine Druckversion.

Der erste Beitrag dieses Heftes ist die oben genannte Stellungnahme zur Hirntodproblematik von Dr. med. Peter Ryser-Düblin. Nach einem historischen Überblick über die Entstehung des Hirntodkonzepts geht der Autor kritisch auf die gängige Hirntoddiagnostik ein und stellt fest: “Begründungen der Todesdefinition und die Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod des Menschen sind empirisch widerlegt worden. Hirntote Patienten weisen Merkmale auf, die einem Lebenden immanent sind.“ Und: „Die Hirntodtheorie läuft auf den Versuch hinaus, Tod und Sterben zu verabschieden“.

HLI-Schweiz und VKAS fordern in einer Medienmitteilung Massnahmen im Zusammenhang mit der DCD-Organspende (Donor after Cardiovascular Death), insbesondere ein Verbot von Organentnahmen nach Herz-Kreislaufstillstand.

Der nächste Beitrag betrifft den Richtlinienentwurf Reanimationsentscheidungen der SAMW. Dr. med. Peter Ryser-Düblin kommentiert das besonders fragwürdige Kapitel 6.6. zu den Reanimationsmassnahmen im Hinblick auf eine Organtransplantation und stellt eine „zunehmende Instrumentalisierung des potentiellen Spenders zugunsten der Organtransplantation fest“. Im Namen der VKAS empfiehlt er daher in seinem Vernehmlassungsbeitrag „eine Überarbeitung und Anpassung von Kapitel 6.6 an die geltenden Richtlinien“.

Es folgt der Brief der VKAS an die Ständerätinnen und Ständeräte zu „Ehe für alle“ , der leider den Gesamtständerat nicht umzustimmen vermochte.

Anschliessend zwei Beiträge von Frau Prof. Dr. med. Angela Köninger, Regensburg. Im ersten Beitrag "Von der Assistenzärztin bei Dr. Ehmann sel. zur Lehrstuhlinhaberin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Regensburg und Klinikdirektorin der Frauenklinik St. Hedwig in Regensburg" schildert sie ihren beruflichen Werdegang, der nach ihrem Studium bei Dr. med. Rudolf sel. in Stans begann. Der Bericht enthält auch eine besondere Würdigung der verstorbenen Dr. med. Rudolf Ehmann und Frau Dr. med. Adelheid Grüniger. Im Rahmen ihrer Forschung der Behandlungsmöglichkeiten der durch Uterusruptur gefährdeten Schwangerschaften wurde sie mit dem Forschungspreis der „Holm- Schneider-Stiftung für vorgeburtliche Therapie“ ausgezeichnet. Im zweiten Beitrag geht es konkret um ein Fallbeispiel unter dem Titel „Lebendgeburt und Uteruserhalt bei Cervixschwangerschaft“ Dies ist der erste Fall, der ein erfolgreiches Austragen einer reinen Cervixschwangerschaft mit Lebendgeburt beschreibt.

Dann etwas Geschichte aus den Anfängen der Covid-19-Pandemie von Dr. med. Ermanno Pavesi: „Die COVID-19-Epidemie, die Verantwortung von Gao Fu und der chinesischen Regierung“ . Gao Fu, Jahrgang 1961 ist ein weltweit führender Virologe und Immunologe, heute Direktor von CDC China. Im Rahmen von Pandemie-Simulationen nahm Gao an der Simulation des Managements einer Corona-Pandemie teil, gerade 6 Wochen vor den ersten Fällen einer Coronavirus-Pneumonie in China. Rasch zeichnete sich eine Kontroverse zwischen Zoonose-Theorie und Mensch-zu-Menschübertragung ab, eine Auseinandersetzung, in der Gao widersprüchlich informierte.

Auch die nun folgende Studie von Prof. Dr. Dr.h.c. Prof.h.c. Roland Wiesendanger, Universität Hamburg, handelt von Corona: Studie zum Ursprung der Coronapandemie . Diese ist sehr umfangreich und wird hier nur als Abstract referiert. Dabei ging es unter anderem darum, das Vorliegen eines allfälligen Laborunfalls nachzuweisen. Tatsächlich bestehen wesentliche Indizien für ein solches Geschehen. So hatte z.B. ein signifikanter Teil der COVID-19 Patienten in Wuhan gar keinen Kontakt zu dem in Verdacht gekommenen Wildtiermarkt (siehe auch Artikel Pavesi).

Dr. med. Paul Deschepper, seit Jahrzehnten sehr aktives Mitglied der belgischen „Société Médicale de Saint-Luc“, die er während vieler Jahre präsidierte und ehemaliger langjähriger Präsident der FEAMC, hat uns seine eindrückliche Schilderung der extramedikalen Heilung von Pierre de Rudder (1822-1898) zur Publikation zugesandt. Pierre de Rudder erlitt 1867 beim Holzfällen eine linksseitige, proximale doppelte Unterschenkelfraktur mit konsekutivem schwerem Infekt, der lange vor der Entdeckung der Antibiotica nur lokal behandelt werden konnte und sich als unheilbar erwies. Am 7. April 1875 erfolgte während des Gebets in der Lourdesgrotte des Marienwallfahrtsortes Oostakker (in der Umgebung von Gent) die plötzliche, später als Wunder anerkannte Heilung.

Als letzter Beitrag folgt der Bericht der Präsidentin für den Zeitraum 30.3.2019 bis 31.10.2020 unserer Präsidentin Frau Dr. med. Rahel Gürber.

Beachten Sie auch die Letzte Seite mit wichtigen Terminen.

Mit guten Wünschen

Rahel Gürber, Präsidentin
Nikolaus Zwicky-Aeberhard, Past Präsident

Zürich und Steffisburg, Ende März 2021

P.S.: Wir bitten erneut diejenigen Mitglieder, die uns ihre Email-Adresse noch nicht bekanntgegeben haben, uns diese noch zuzustellen. Unsere Email-Adressen siehe unter Impressum. Vielen Dank!

Heiliger Karl Borromäus, bitte für uns!