Samstag 12. März 2016, Benediktinerabtei St. Otmarsberg

Die Jahrestagung 2016 befasste sich mit der Frage "Warum braucht die Medizin eine Anthropologie?"
Dazu sprach Prof. Dr. phil. et Dr. med. h.c. Günter Rager, Professor u. Direktor em. für Anatomie und Embryologie der Universität Freiburg (CH)

WARUM BRAUCHT DIE MEDIZIN EINE ANTHROPOLOGIE?
"Anfang dieses Jahres sorgte eine Entscheidung der britischen Fachbehörde für menschliche Befruchtung und Embryologie (HFEA) für Aufsehen. Diese Behörde erlaubte die Forschung an menschlichen Embryonen, die bisher streng verboten war. Es handelt sich um die Anwendung der seit 2013 eingeführten Technik der "Gen-Schere" (Crispr/Cas9 ) bei gesunden menschlichen Embryonen, die bei der In-vitro-Fertilisation übrig geblieben waren. Schon im April 2015 hatten chinesische Forscher diese Technik an nicht lebensfähigen menschlichen Embryonen angewandt und damit deren Erbgut verändert. Jetzt aber geht es um Forschung an gesunden menschlichen Embryonen. Zwei Journalisten der NZZ am Sonntag veröffentlichten am 7. Februar 2016 ein Interview mit Effy Vayena, Ethikerin und Professorin an der Universität Zürich. Frau Vayena meinte: "Die Gesellschaft ist überempfindlich, wenn es um Gene und Embryonen geht". Wenn eine Technik zur Bekämpfung einer Krankheit zur Verfügung stehe und sich als sicher erwiesen habe, sollten wir sie einsetzen. Ethische Argumente sucht man in diesem Interview vergeblich. Deshalb bemerkten die beiden Journalisten zu Recht zu Frau Vayena: "Sie argumentieren eher wie eine Biologin als wie eine Ethikerin." Das ist aber kein Einzelfall, sondern scheint der neue Stil in öffentlich-ethischen Diskussion zu sein...
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